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Artificial madness
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Wir haben also einen Begriff. Und die ganze Welt kann nun anhand dieses Begriffs in 2 Gruppen eingeteilt werden. Trifft zu oder Trifft nicht zu. Klar, dass es eigentlich ein Trifft mehr zu, trifft ein wenig zu, ... geben müßte. Aber dort, wo daraus Schlüsse gezogen werden, kann man mit mehr oder weniger nicht viel anfangen.
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Beispiel 1
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Als Jugendlicher kriegt man keinen Alkohol und darf nicht rauchen. Wer Kinder hat, der weiß, dass sie nicht als Kinder schlafen gehen und als Erwachsene aufstehen. Dieser Übergang dauert Jahre und es gibt weder davor noch danach eine konstante Phase. Und es wären ja auch viele andere Einteilungen denkbar, die dann auch andere Grenzen nach sich ziehen würden. Würden wir zb. Früh- und Spätjugendliche unterscheiden, dann wären die Eigenschaften, die man jetzt allen Jugendlichen zuschreibt, nur mehr teilweise für alle zutreffend. Ein Frühkugendlicher würde zb. um die Zuordnung von Akne erleichtert. Ohne dass er sich auch nur irgendwie anders entwickeln oder verhalten würde, hätte die Bezeichnung, die wir ihm verpassen plötzlich ein anderes Gesicht. Und nicht nur die Grenze zwischen Früh- und Spätjugendlichem wäre neu, auch die Grenzen der Jugendlichkeit zu den benachbarten Bereichen Kind und Erwachsener würden plötzlich neu definiert. Es würden plötzlich Personen zu Frühjugendlichen, die man davor als Kinder bezeichnet hätte. Das klingt banal, im gewählten Beispiel eigentlich nicht wert, viel darüber zu diskutieren. Aber diese Zusammenhänge gelten überall, wo wir Begriffe verwenden, um die Erscheinungen unserer Welt zu unterscheiden.
| Author:
nik
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differentiertere Unterteilungen
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Meist sind die Unterteilungen nicht schwarz-weiß. Die entstehenden Geltungsbereiche werden sehr oft noch weiter unterteilt. Dadurch werden zwar die Bereiche, in denen ein Begriff zutrifft größer, aber auch die Übergangsbereiche schmäler. Zwischen zutreffend und nicht zutreffend wird die Unterscheidung schwerer.
| Author:
nik
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die Sucht nach Exaktheit
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Menschliche Erkenntnis beruht auf Unterscheidung. Das legt den Wunsch nahe, klar unterscheiden zu können. Begriffe, die zutreffen oder eben nicht, befriedigen diesen Wunsch. Wie ich zeigen wollte liegt die Exaktheit, die Schlüsse zuläßt, aber nicht in den Dingen, die wir wahr nehmen, sondern in den Begriffen, die wir prägen.
| Author:
nik
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