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Ballade vom Wanderer und der Hexe
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Kam dereinst in ein Dorf ein Wandersmann. In der Schenke der Wirt trat an ihn heran: 'Gott zum Gruß! Wohin des Wegs?' 'Immer grad nach Norden geht's.' 'Ei so meidet das Tal dort drunt still und schmal!'
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Denn dort lebt eine Hexe mit Teufelsmacht. . Manchen Junker hat sie schon . um sein Heil gebracht.. Sie will jeden betör'n, . keinem einzigen gehör'n, . wilde Tiere fürchten sie, . ihre Blumen welken nie.'
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Des Wirten Wort war dem Wanderer einerlei, . denn er fürchtet nicht Tod noch Hexerei. . Nach dem Aufbruch alsbald . kam er an ein Haus im Wald, . und gar lieblich ihm dünkt . das Weib, das ihm winkt.
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Viele Tage er blieb bei dem schönen Weib, . seine Seele sie labte und auch den Leib. . Vor dem Haus sah er stehn . eine Blume blau und schön, . allezeit blühte sie und welkte nie.
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Schließlich wollte der Wanderer weiterziehn. . Von dem Weibe der Abschied . war schwer für ihn. . Sie sprach: 'Ich leb allein, . will nicht eingemauert sein, . bin mit jedem versöhnt, . der Freiheit gewöhnt.'
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Als nach Jahren der Wanderer wiederkam, . was er sah, ihm vor Schrecken den Atem nahm: . Alle Pflanzen verheert, . und die Hütte zerstört! . Er besann sich nicht lang, . lief ins Dorf voller Bang.
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Dort brannten die Scheiter im Abendrot, und das Volk johlte ringsum: 'Die Hex' ist tot!' Schweigend stand im Geschrei ein feins Mägdlein dabei, die blaube Blume fürwahr trug's im schwarzen Haar. Allezeit blühte sie und welkte nie.
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